Die Geschäftsstelle der enwag in der Hermannsteinerstraße 1 in Wetzlar. Hauptanlaufpunkt ist hier unser Servicecenter für Fragen, Angebote und Beratungen.

Schnelles Vorankommen in der Altstadt

(vom 11.08.2020)

Die enwag ist ihrem Zeitplan für die Leitungssanierung weit voraus – Stadt präsentiert das neue Straßenbild – Baustellenfunde reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück

Baustellen sind normalerweise bekannt dafür, dann doch länger zu dauern. In Wetzlars Altstadt hingegen kommt die Leitungssanierung durch die enwag energie- und wassergesellschaft mbh (enwag) allerdings so gut voran, dass sie zwischen vier und sechs Wochen vor dem Zeitplan liegt. Bei einem Vor-Ort-Termin haben sich Berndt Hartmann, kaufmännischer Geschäftsführer der enwag und Bürgermeister Dr. Andreas Viertelhausen gemeinsam mit den Projektbeteiligten einen aktuellen Überblick verschafft. Und das Ergebnis der Arbeiten kann sich sehen lassen: In der Lahnstraße zwischen Erbsengasse und Eisenmarkt ist die Oberfläche bereits wiederhergestellt. „Statt Flickenteppich gibt es nun ein durchgehendes Betonsteinpflaster, das die historischen Gebäude bald überall besser in Szene setzen wird“, sagte Andreas Viertelhausen. Für die enwag liegt der Fokus eher in der Tiefe. Zur Erinnerung: Das Unternehmen tauscht in Wetzlars Altstadt sämtliche Erdgasleitungen gegen moderne Kunststoffrohre aus, erneuert in diesem Zuge die Strom- und Wasserleitungen und schafft die Voraussetzungen für den Glasfaserausbau in den Gassen. „Wir kommen sehr gut voran“, erläuterte Berndt Hartmann, „durch die Geschäftsschließungen während der Corona-Hochphase konnten größere Bereiche zügiger bearbeitet werden. Das hat die Bauzeit verkürzt.“ Begonnen hatte das Unternehmen Anfang März.

Archäologische Funde reichen bis ins 12. Jahrhundert

Für die beteiligten Fachfirmen und die enwag ist die Baustelle in Wetzlars Altstadt eine Herausforderung: enge Gassen, denkmalgeschützte Gebäude und kaum Pläne über den Zustand des Untergrundes. Deshalb werden die Arbeiten zwischen Tiefbauamt, der enwag und dem beaufsichtigenden Archäologiebüro eng abgestimmt. Und Wetzlars Untergrund bringt hier so einiges zutage: Keramik, Knochen, Tonpfeifen und Mauerreste sind bisher bereits aufgetaucht. „Wir wissen jetzt, dass die Lahnstraße früher noch enger war als heute. Auch das Straßenniveau lag bis zu einem Meter tiefer“, erklärt Archäologin Dr. Elisabeth Ida Faulstich-Schilling. Die rund 100 bisherigen Funde reichen vom 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Das Interesse vieler Bewohner daran ist hoch: Oft erhält die Archäologin im Baubüro Besuch von Bewohnern, die auf die neuesten Funde neugierig sind. Die historischen Stücke gehen ins Eigentum des Landes Hessen über und werden im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen aufbewahrt.

Altstadt optisch aufgewertet

Sind die Funde gesichert, ist der Weg frei für die Verlegung der neuen Leitungen sowie für die optische Aufwertung der Altstadt mit dem neuen Straßenbelag. Die Stadt Wetzlar hatte im Vorfeld der Sanierungsarbeiten durch die enwag innerhalb einer städtischen Arbeitsgruppe Vorschläge für ein einheitliches und vor allem barrierefreies Pflaster erarbeitet. Im November 2018 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Vorschlägen zugestimmt. Diese Pflaster ist nun erstmalig in der Lahnstraße verlegt worden und wird im gesamten Bereich der Altstadt seine Verwendung finden. „Erste Rückmeldung von Passanten, die uns über die ausführende Baufirma erreicht haben, waren überwiegend positiv“, sagte Thomas Hemmelmann vom Büro des Baudezernates der Stadt.

Großes Verständnis der Anwohner

Dass die Bauarbeiten in Wetzlars Altstadt gut vorankommen, führt enwag-Chef Berndt Hartmann auch auf die Rahmenbedingungen zurück. Weil während der Bauzeit für die Müllabfuhr kein Durchkommen ist, hat die enwag mit der beteiligten Tiefbaufirma Weimer eine Lösung geschaffen: Die Tonnen werden zu einem zentralen Sammelpunkt und wieder zurückgebracht. Auch bei der An- und Ablieferung von Waren springt im jeweiligen Bauabschnitt nach Ankündigung die Firma Weimer ein. „Das klappt bisher sehr gut. Ich danke den Anwohnern und Gewebetreibenden für ihr Verständnis und ihre Geduld“, zieht Berndt Hartmann eine erste Zwischenbilanz. Für Anliegen der Anwohner und Gewerbetreibenden hätte man nicht nur bei der enwag ein offenes Ohr. „Wir haben ein Baubüro eingerichtet, das uns die Koordination der Gewerke erleichtert und gleichzeitig Anlaufstelle für Fragen jeder Art ist“, erläutert er. Neben Archäologie und Tiefbauer ist auch das Ingenieurbüro Zick-Hessler als Bauleiter regelmäßig vor Ort. Es befindet sich im Stadthaus am Dom und ist zur Anliegersprechstunde immer dienstags von 8 Uhr bis 10 Uhr geöffnet, darüber hinaus gibt es am Baubüro einen Anwohner-Briefkasten, in denen Nachrichten hinterlassen werden können. Der Eingang ist die Straße Brodschirm neben den Geschäftsräumen der HSG Wetzlar.

So geht es weiter

Seit Anfang März hat die enwag in der Altstadt Leitungen auf rund 650 Metern Länge bereits erneuert. Zwischen der Erbsengasse und der Lahnbrücke werden in den kommenden Wochen die Hausanschlüsse fertiggestellt, anschließend beginnen die Pflasterarbeiten, deren Abschluss für Oktober auf dem Plan steht. Für 2020 hat sich die enwag außerdem den Abschnitt zwischen Eisenmarkt und Liebfrauenberg vorgenommen. Bis zum ersten Adventswochenende werden die Arbeiten voraussichtlich fertig. Auch 2021 geht es in der Altstadt weiterhin rund: Dann stehen die Arbeiten in Nord-Süd-Achse von der Krämerstraße über den Eisenmarkt bis in die Silhöfer Straße an.

Parallel zur Altstadt erneuert die enwag seit 2018 Gasleitungen auch in weiteren Teilen Wetzlars sowie in Garbenheim und Hermannstein. In Garbenheim sind bereits alle Leitungen getauscht; in Hermannstein folgt bis Jahresende noch die Großaltenstädter Straße. Auch in Nauborn läuft die Sanierung der Rohre auf Hochtouren in der Josef-Schmitt-Straße. Dort kommt ein spezielles Verfahren zum Einsatz, denn die Häuser liegen gut fünf Meter unterhalb der Straße.

So sah es in der Lahnstraße noch im Juli aus. Jetzt sind die Pflasterarbeiten acht Wochen früher als geplant fertig.

Mit normalen Baufahrzeugen ist in Wetzlars Altstadt kein Durchkommen.

Fragment eines mittelalterlichen Kugelgefäßes aus dem 13. Jahr-hundert (Quelle: Dr. Elisabeth Ida Faulstich-Schilling)

Boden einer Steinzeug-Kanne aus dem 16. Jahrhundert (Quelle: Dr. Elisabeth Ida Faulstich-Schilling)

Reste von mittelalterlichen Mauerstrukturen auf dem Eisenmarkt (Quelle: Dr. Elisabeth Ida Faulstich-Schilling)

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