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8 Millionen Euro für sichere Versorgung

(vom 28.08.2019)

enwag erzielt gutes Jahresergebnis in herausforderndem Umfeld ‒ neue Geschäftsfelder starten durch ‒ Verfügbarkeit von Tiefbauern bremst Investitionen aus

Zufrieden zeigt sich die enwag energie- und wassergesellschaft mbh (enwag) mit dem Jahresergebnis 2018: „Wir haben das angestrebte operative Ergebnis übertroffen. Das ist der Beweis, dass die Zukunftsstrategie bereits greift“, sagt Dr. Berndt Hartmann, kaufmännischer Geschäftsführer, zu den Bilanzzahlen für das vergangene Geschäftsjahr. Der Wettbewerb werde schärfer, der Markt immer enger, „dafür haben wir wirksame Strategien an den Start gebracht“, ergänzt er. In 2018 erwirtschaftete das Versorgungsunternehmen insgesamt einen Jahresüberschuss von 4,8 Millionen Euro. Das entspricht exakt dem, was sich das Unternehmen im Wirtschaftsplan selbst als Ziellinie definiert hatte. Der Umsatz liegt bei 60,6 Millionen Euro ‒ und damit etwa auf dem Vorjahresniveau. Vor allem in den Wachstumsfeldern Contracting und Elektromobilität zeigt der Trend deutlich nach oben: „Auch wenn der Anteil am Geschäftsergebnis noch gering ist: Wir haben den Umsatzerlös im Geschäftsfeld Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln können“, informiert der kaufmännische Geschäftsführer. Gleichzeitig verfügt die enwag über eine solide finanzielle Basis: Die Eigenkapitalquote liegt bei 61,2 Prozent. „Das gibt uns den geeigneten Spielraum, das Geschäft nachhaltig strategisch weiterzuentwickeln“, stellt Berndt Hartmann fest. Auch im Netzbetrieb stehen die Zeichen auf Zukunft. Gleich zwei Mammutprojekte beschäftigte die Technik-Sparte der enwag im vergangenen Jahr: die Umstellung aller Gasgeräte im Netzgebiet auf die neue Erdgasqualität H-Gas und das Sanierungsprogramm zum Austausch der Grauguss-Leitungen. „Beim Leitungstausch hätten wir gerne noch mehr erreicht, da macht uns die gute Auftragslage für Tiefbauer aber einen Strich durch die Rechnung“, erläutert Detlef Stein, technischer Geschäftsführer der enwag. Das Unternehmen schüttet an seine Gesellschafter, die Stadt Wetzlar und das Stadtwerke-Konsortium Thüga AG, insgesamt 4 Millionen Euro aus. Nimmt man Steuern und Konzessionsabgabe zur Ausschüttung hinzu, beträgt die Wertschöpfung der enwag für die Stadt Wetzlar insgesamt 6,2 Millionen Euro“, stellt Detlef Stein, technischer Geschäftsführer, fest.

Politik: Stillstand statt Klimaschutz

„Im vergangenen Jahr herrschte energiepolitischer Stillstand“, ärgert sich Berndt Hartmann. Großen Handlungsbedarf sieht er bis heute bei Regelungen für die Elektromobilität, etwa zur Installation von Ladelösungen in Mehrfamilienhäusern oder bei der steuerlichen Begünstigung der Gebäudesanierung. „Die Reduktion von Treibhausgasen und das Erreichen unserer Klimaziele kann so nicht funktionieren“, stellt er klar. Ähnliches passiere mit den Empfehlungen der Kohlekommission zum Ausstieg aus der Kohleverstromung. „Der gefundene Kompromiss sollte jetzt mit Nachdruck verfolgt werden, anstatt die Ergebnisse politisch in Frage zu stellen!“ Die Branche brauche Planungssicherheit, um weiterhin Versorgungssicherheit gewährleisten zu können.

Netz: Verfügbarkeit von Tiefbauern bremst Investitionen

Damit die Versorgungssicherheit hoch bleibt ‒ die Ausfallquoten 2018 lagen für Strom mit rund 6 Minuten und Erdgas mit  etwa 0,16 Minuten deutlich unter den Bundesdurchschnitt ‒ investierte die enwag auch 2018 kräftig in die Infrastruktur: Insgesamt 8 Millionen Euro flossen in die Versorgungsnetze und -anlagen für Gas, Strom, Wärme und Wasser. Im Fokus steht derzeit die Sanierung der Gasnetze: 2018 wurden insgesamt 7,8 Kilometer Grauguss-Leitungen durch moderne Kunststoffrohre ersetzt. „Etwa die Hälfte der geplanten Maßnahmen mussten wir verschieben“, informiert Detlef Stein, „es gibt schlicht zu wenig verfügbare Kapazitäten beim Tiefbau.“ Hinzu kämen komplexe Ausschreibeverfahren, die Aufträge aus der Versorgungswirtschaft für Bewerber aufwendiger und weniger attraktiv machten. „Wir bleiben dran: Die sichere Belieferung mit Energie und Wasser bleibt oberstes Gebot“, betont der technische Geschäftsführer.

Begonnen wurden 2018 auch die Vorbereitungen für die Marktraumumstellung in Wetzlar: Ab 2020 fließt nur noch das sogenannte H-Gas durch die Leitungen. Dazu müssen alle gasbetriebenen Geräte in der Stadt erfasst und anschließend angepasst oder ausgetauscht werden. In Dudenhofen und Münchholzhausen wird die Umstellung bereits im September 2019 abgeschlossen, im Rest des Netzgebiets laufen die Vorbereitungen.

Strom und Gas: Synergie-Effekte durch Fusion

Wegen des Hitzesommers 2018 und dem milden Herbst sank der Absatz von Erdgas um 21 Millionen Kilowattstunden auf 419,8 Millionen Kilowattstunden. „Im Ergebnis 2018 ist aber deutlich erkennbar, dass das Zusammengehen von enwag und Gasversorgung Lahn-Dill wirtschaftlich Früchte trägt“, sagt Berndt Hartmann. Die rückwirkende Verschmelzung beider Unternehmen zum Jahresbeginn stemmten die enwag-Mitarbeiter vornehmlich in 2018, „das war große Klasse“, lobt er. Auf diese Weise konnten Synergien gehoben und Kosten gesenkt werden; die enwag übertrifft 2018 das Planergebnis im konsolidierten Gasvertrieb. Beim Strom bleibt der Absatz mit insgesamt 224 Millionen Kilowattstunden im Netzgebiet etwa auf Vorjahresniveau.

Contracting: Wachstumsfeld mit Strategie

Deutliches Wachstum verzeichnet die enwag im Geschäftsfeld Dienstleistungen. Zurückzuführen ist das vor allem auf die Erfolge im jungen Contracting-Bereich, der ein fester Bestandteil der enwag-Zukunftsstrategie ist. Die Umsatzerlöse in der Sparte Dienstleistungen steigerte die enwag um 318.000 Euro; sie liegen über Plan bei 894.000. Im vergangenen Jahr realisierte die enwag unter anderem ein großes Wärmeprojekt für die Wetzlarer Wohnungsgesellschaft (WWG) und versorgt am Schwalbengraben in Dahlheim bereits die ersten Häuser mit effizienter Wärme und Warmwasser, im Endausbau können es bis zu 300 Wohnungen werden. Neben dem Contracting fallen auch die Betriebsführung der städtischen Bäder und der Wetzlarer Wasserversorgung in dieses Geschäftsfeld.

Ausblick: Mit solider Basis in die Zukunft

Für das kommende Jahr plant die Geschäftsführung den weiteren Ausbau der Contracting-Aktivitäten. Auch das Errichten einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur für Elektromobile steht weiter im Fokus. Netzseitig wird die Gasnetzsanierung fortgeführt. Die Leitungserneuerung in der Altstadt wird voraussichtlich 2020 umgesetzt werden können.

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