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Erdgasumstellung: Mehr als die Hälfte aller Geräte ist erfasst

(vom 05.09.2018)

Weil im enwag-Netz ab 2019 ein anderer Typ Erdgas durch die Rohre fließt, erhebt und dokumentiert der Netzbetreiber jedes Gerät, um es später anpassen zu können.

Es ist Halbzeit bei den Vorbereitungen der enwag für die große Umstellung der Erdgasqualität. „Seit Juni haben wir mehr als die Hälfte aller Erdgasgeräte in Wetzlar, Aßlar, Leun und Solms erfasst: Wie alt sind sie, in welchem Zustand befinden sie sich und wie können sie an die künftige Zusammensetzung des Erdgases angepasst werden?“, fasst Vincenzo Licari die vergangenen Wochen zusammen. Er ist Abteilungsleiter bei der enwag energie- und wassergesellschaft mbh (enwag) und betreut zusätzlich das Großprojekt Erdgasumstellung. In Mittelhessen strömt aktuell Erdgas der Qualität L durch die Rohre, das aus deutscher und niederländischer Förderung stammt. Damit wird etwa ein Viertel Deutschlands beliefert. Weil die Vorräte von L-Gas (low calorific gas) zur Neige gehen, stellt die deutsche Gaswirtschaft ganz Deutschland auf die Belieferung mit H-Gas (high calorific gas) um. Es stammt überwiegend aus der Nordsee sowie russischer und norwegischer Förderung; davon gibt es noch reichlich.

Die beiden Gase unterscheiden sich im Methangehalt und somit im Brennwert, auf diesen neuen Wert müssen alle Gasgeräte angepasst werden. Je nach Alter und Typ eines Gasgeräts kann dies auf unterschiedliche Weise geschehen, meist reicht der Tausch einer Düse. Weil die enwag wissen muss, welche Gasgeräte an das Netz angeschlossen sind, besuchen Monteure derzeit alle Häuser mit einem Gasanschluss. Sie schauen sich Heizgeräte, Brenner, Herde, Boiler, Laboreinrichtungen, Maschinen in Industrie und Gewerbe und alle anderen an das Gasnetz anschließbaren Gasgeräte an. „Wir haben jetzt gut 60 Prozent aller Gasgeräte systematisch erfasst. Dazu sind Mitarbeiter von vier verschiedenen Firmen in unserem Auftrag unterwegs“, erläutert er. Sie alle haben einen Dienstausweis mit Foto dabei: „Den sollten sich Anwohner zusammen mit dem Personalausweis in jedem Fall zeigen lassen!“, betont Vincenzo Licari.

Monteure melden sich vorher an

Die Mitarbeiter der Firmen Gatter 3 Technik GmbH, Elmatic GmbH Gebäudemanagement, NGC.Tec GmbH und Semoring GmbH sind im gesamten Netzgebiet der enwag unterwegs. Einige Tage bevor sie zur eigentlichen Erhebung vorbeikommen, gehen sie den entsprechenden Stadtteil ab, um Terminvorschläge im Hauseingang oder Briefkasten zu hinterlassen. Es kann jedoch sein, dass Monteure beim Einwerfen des Terminzettels anbieten, die Arbeiten gleich zu erledigen, wenn sie jemanden zuhause antreffen. Wir wollen niemanden überrumpeln; die Erhebung sofort zu machen ist lediglich ein Angebot unsererseits“, informiert Vincenzo Licari. Insgesamt rund 20.300 Gasgeräte müssen bis Ende des Jahres erfasst werden: „Jedes einzelne, das früher erfasst werden kann, ist gut. Wir liegen zwar voll im Zeitplan, aber sicher ist sicher“, erläutert der Projektleiter.

Mithilfe gefragt, damit alles klappt

Bei der Erhebung der Gasgeräte prüfen die Mitarbeiter auch deren Zustand. Ist ein Gasgerät defekt oder funktioniert nicht richtig, muss es vor der Umstellung repariert werden. Die Betroffenen bekommen in solchen Fällen eine Reparaturkarte und haben dann, abhängig von der Art der Reparatur vier Wochen Zeit, einen Fachhandwerker zu beauftragen, der die Arbeiten durchführt. „Vor allem im Umgang mit Erdgas gilt: Sicherheit hat oberste Priorität“, erklärt Vincenzo Licari. Die enwag darf nur Geräte an die neue Gasqualität anpassen und in Betrieb nehmen lassen, die in einem einwandfreien Zustand sind.

Drei Schritte

Die Erdgasumstellung erfolgt in drei Etappen – jedes Gebäude, das ans Erdgasnetz angeschlossen ist, bekommt mindestens zwei Mal Besuch von den Monteuren: zur Erfassung und später dann zur Anpassung. Meist ist es ausreichend, eine Düse am Brenner zu tauschen oder die Software neu einzustellen. „Nur wenige Geräte sind nicht anpassbar; das betrifft in der Regel sehr alte Modelle“, informiert der Projektleiter. Personen, die wegen der Erdgasumstellung in neue Geräte investieren müssen, bekommen einen Zuschuss vom Gesetzgeber, die Höhe ist abhängig von der Art und vom Alter des auszutauschenden Gasgerätes. Zehn Prozent der Betroffenen bekommen ein drittes Mal Besuch: Dieser dient der Qualitätssicherung. Stichprobenartig prüfen Experten, ob die Monteure der beauftragten Firmen alle vorab definierten Arbeiten durchgeführt haben. In der dritten und letzten Phase der Umstellung wird dann H-Gas durch die Leitungen nach Mittelhessen geleitet. Nach Plan werden ab September 2019 die Ortsteile Dutenhofen und Münchholzhausen mit dem neuen Gas versorgt, im Sommer 2020 folgen die weiteren Teile des enwag-Netzgebiets.

Mehr Informationen:

Im Internet hat die enwag unter www.enwag.de/erdgasumstellung alles Wichtige zur Marktraumumstellung für ihre Netzkunden zusammengefasst. Die Umstellung koordiniert das Erdgasbüro in Herborn, das die enwag gemeinsam mit den Stadtwerken aus Herborn und Haiger eingerichtet hat. Die Ansprechpartner des Erdgasbüros sind telefonisch erreichbar unter 02772 502-420 oder persönlich am Walkmühlenweg 12 in Herborn. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 Uhr bis 12.30 Uhr.

Sind alle Arbeiten wie geplant durchgeführt worden? Die enwag lässt derzeit alle Erdgasgeräte im Netzgebiet von vier beauftragten Firmen erfassen. Zehn Prozent der rund 20.300 Geräte werden stichprobenartig nochmal geprüft. Das dient der Qualitätssicherung (Foto: Gas- und Wärmeinstitut Essen e.V.).
Sind alle Arbeiten wie geplant durchgeführt worden? Die enwag lässt derzeit alle Erdgasgerä-te im Netzgebiet von vier beauftragten Firmen erfassen. Zehn Prozent der rund 20.300 Gerä-te werden stichprobenartig nochmal geprüft. Das dient der Qualitätssicherung (Foto: Gas- und Wärmeinstitut Essen e.V.).
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