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Bilanz: Strategie trägt erste Früchte

(vom 23.08.2018)

Ergebnis 2017 der enwag liegt über Plan – neues Geschäftsfeld Contracting im Aufwind – hohe Eigenkapitalquote ermöglicht Spielraum für Investitionen

Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Kortlüke (Mitte) sowie die enwag-Ge-schäftsführer Dr. Berndt Hartmann (links) und Detlef Stein (rechts) freuen sich über das gute Jahresergebnis der enwag 2017.
Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Kortlüke (Mitte) sowie die enwag Geschäftsführer Dr. Berndt Hartmann (links) und Detlef Stein (rechts) freuen sich über das gute Jahresergebnis der enwag 2017.

Der Markt wird enger, der Wettbewerb schärfer: In diesem Umfeld hat sich die enwag energie- und wassergesellschaft mbH (enwag) im vergangenen Geschäftsjahr gut behauptet. „Wir haben es geschafft, trotz schwieriger Rahmenbedingungen und zunehmender Regulierung ein gutes Ergebnis zu erwirtschaften", sagt Dr. Berndt Hartmann, kaufmännischer Geschäftsführer der enwag. Insgesamt beläuft sich der Jahresüberschuss 2017 auf 5,4 Millionen Euro und liegt damit 1,1 Millionen Euro über den Prognosen des Wirtschaftsplans. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück auf 58,7 Millionen Euro. Gründe hierfür sind höhere Kosten im Stromnetz, Mengenrückgang beim Energieabsatz sowie Kundenverluste. Auch der Kauf der Gasversorgung Lahn-Dill GmbH spiegele sich in der Bilanz, erläutert Berndt Hartmann und ergänzt: „In den ersten Jahren negativ durch Zinsaufwendungen, dann nachhaltig positiv durch Heben von Synergien." Die enwag stellt vom Gewinn 1 Million Euro in die Rücklagen ein und schüttet an ihre Gesellschafter, die Stadt Wetzlar und das Stadtwerke-Konsortium Thüga AG, insgesamt 4,3 Millionen Euro aus. „Als kommunales Unternehmen sind wir eine verlässliche Größe für den städtischen Haushalt. Nimmt man Steuern und Konzessionsabgabe zur Ausschüttung hinzu, beträgt die Wertschöpfung der enwag für die Stadt Wetzlar insgesamt 6,6 Millionen Euro", stellt Detlef Stein, technischer Geschäftsführer, fest. Die enwag steht auf solidem Fundament: Die Eigenkapitalquote beträgt 66,1 Prozent, die enwag-Anlagen sind zu 88,6 Prozent durch eigenes Kapital gedeckt. „Das sind gute Voraussetzungen für die Gestaltung der Zukunft", betont Berndt Hartmann.

Wachstumsmarkt Dienstleistungen

Erfreulich sind auch die Zahlen des vergleichsweise jungen Geschäftsfelds Contracting: Der Umsatz hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfacht auf 350.000 Euro.

„Das Wachstum beim Contracting ist auch ein Beleg dafür, dass die Zukunftsstrategie der enwag erste Früchte trägt. Das stimmt uns positiv und motiviert zusätzlich, das Geschäftsfeld weiter auszubauen", erläutert der kaufmännische Geschäftsführer. Ziel der 2017 begonnenen Neuausrichtung ist es, das Kerngeschäft zu stabilisieren, neue Geschäftsfelder aufzubauen und die Lebens- und Versorgungsqualität in Wetzlar langfristig zu sichern. Im Rahmen dessen soll der Unternehmensbereich Dienstleistungen in den kommenden Jahren kräftig wachsen: „Wir entwickeln uns vom Versorger zum Dienstleister und bieten unseren Kunden verstärkt nützliche Serviceangebote rund um Energie und Infrastruktur", resümiert er. Denkbar seien neben Fotovoltaik und Elektromobilität als Tätigkeitsfeld auch Beleuchtungslösungen für Kommunen und Gewerbe. Zur Dienstleistungssparte zählt auch der Betrieb der Wassernetze und Anlagen im Auftrag der Stadt.

Enger Markt bei Strom und Gas

Im Kerngeschäft sank die abgesetzte Menge an Strom von 124 Millionen auf 121 Millionen Kilowattstunden. „Auch wir haben Kunden verloren, aber wir stellen zudem ein verändertes Verhaltensmuster bei Verbrauchern fest", erläutert Berndt Hartmann. Die Menschen würden Energie effizienter nutzen und weniger verbrauchen, was gut für die Energiewende und den Klimaschutz sei. „Beides sind wichtige Zukunftsaufgaben", betont er. In der Gassparte konnte die enwag die Konditionen der Beschaffung deutlich verbessern. „Diesen Vorteil haben wir bei der Preissenkung im vergangenen Jahr an unsere Kunden weitergegeben", erinnert Berndt Hartmann. Auch dadurch seien die Umsatzerlöse zurückgegangen.

„Das zufriedenstellende Jahr 2017 ist vor allem dem großen Engagement der 131 Mitarbeiter zuzuschreiben", lobt Berndt Hartmann, „sie leisten hervorragende Arbeit." Das belegt auch die Kundenzufriedenheit: Bei der enwag ist die Wechselquote bei Gas und Strom zwar tendenziell angestiegen, liegt jedoch bei beiden Energieträgern immer noch unter dem Bundesdurchschnitt.

Investitionen in Versorgungssicherheit

Geplante Investitionen in Versorgungsanlagen konnten 2017 nur teilweise umgesetzt werden. „Die Auftragsbücher der Baubranche sind übervoll. Dadurch mussten wir Maßnahmen schieben", erläutert Detlef Stein. Das tatsächliche Investitionsvolumen belief sich auf etwa 5,2 Millionen Euro. Auch in den kommenden Jahren erneuert die enwag kräftig Netzinfrastruktur und Anlagen, um langfristig die hohe Versorgungsqualität halten zu können. „In Wetzlar tauschen wir verstärkt bestehende Erdgasleitungen aus Grauguss gegen moderne Kunststoffrohre", informiert der technische Geschäftsführer. Auch der Bau eines neuen Wasserhochbehälters sei in Planung. Aufträge vergibt das kommunale Unternehmen bei diesen und weiteren Vorhaben vorwiegend an Firmen aus der Region. Auf diese Weise trägt die enwag maßgeblich zur Wirtschaftskraft vor Ort bei. Wie die Standortbilanz des Unternehmens zeigt, verbleiben jährlich rund 3,8 Millionen Euro durch Auftragsvergaben und weitere Investitionen im Lahn-Dill-Kreis. Sie zeigt auch: Von jedem Euro, den die enwag einnimmt, bleiben 55 Cent vor Ort und stützen so die Lebensqualität in der Region.

Herausfordernde Rahmenbedingungen

Eine große Zukunftsaufgabe, die von der enwag aktiv angegangen wird, ist die Gestaltung der Energiewende in der Region: „Die Herausforderung ist historisch – es geht um Antworten auf die drei D’s Dezentralisierung, Digitalisierung und Dekarbonisierung", erläutert Bernd Hartmann. Gleichzeitig wird der regulatorische Rahmen immer enger: „Der administrative Aufwand steigt stetig", informiert der enwag-Chef und nennt als Beispiele die Digitalisierung der Energiewende. „Seit knapp einem Jahr müssten wir per Gesetz flächendeckend intelligente Messsysteme, sogenannte Smart Meter einbauen; diese stehen bis heute nicht zur Verfügung, weil noch keine zugelassen sind." Auch die Erdgas-Umstellung auf die höhere H-Gas-Qualität verursacht Mehraufwände. „Wir kommen gut voran, derzeit werden alle Erdgas-geräte im Gebiet unseres Netzes erfasst und die Umstellung vorbereitet", informiert er.

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