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31.03.2017

Weichen für die Zukunft stellen

enwag entwickelt Unternehmensstrategie mit Beteiligung der Mitarbeiter – neue Geschäftsfelder erschließen für stabiles Wachstum – Kundennutzen und Klimaschutz

Auch morgen ein verlässlicher Partner für Kommunen und Kunden sein – dieses Ziel verfolgt die enwag mit Nachdruck. Dazu hat der Energie- und Wasserversorger jetzt ein Strategieprojekt gestartet: Gemeinsam mit den Mitarbeitern erarbeiten die Geschäftsführer Dr. Berndt Hartmann und Detlef Stein einen Fahrplan für die Zukunft des Unternehmens. „Im Vergleich steht die enwag gut da: ein stabiles Unternehmen mit soliden Kennzahlen und rund 32.500 Strom- und 12.000 Erdgas-Netzkunden zuzüglich cirka 4.400 Kunden der Gasversorgung Lahn-Dill. Der Wettbewerb wird schärfer, der Markt fragiler. Gleichzeitig treten neue, branchenfremde Akteure auf, denen wir mit unserer Zukunftsstrategie einen Schritt voraus sein wollen“, erklärt Berndt Hartmann, der die kaufmännische Leitung des Unternehmens seit neun Monaten innehat. Volle Unterstützung erhält das Unternehmen dabei von Seiten der Stadt. Norbert Kortlüke, Stadtrat und Aufsichtsratsvorsitzender sagt dazu: „Die enwag ist ein mehrheitlich kommunales Unternehmen. Durch Steuern, Gewinne und Konzessionsabgaben stützt es verlässlich den städtischen Haushalt und trägt damit zur Wirtschaftskraft und Lebensqualität in der Kommune bei. Auch deshalb ist es uns ein Anliegen die enwag auf dem Weg in die Zukunft zu begleiten.“ Darüber hinaus biete das Unternehmen sichere Arbeitsplätze und bilde junge Menschen aus.

Mit Plan zum Ziel
Bei der Entwicklung der Unternehmensstrategie geht es darum, Bewährtes zu prüfen und Neues zu erarbeiten. „Wir schauen gezielt, wo wir stehen, auf welchen Gebieten wir uns sinnvoll entwickeln und welche Geschäftsmodelle wir erschließen wollen“, betont Berndt Hartmann. Koordiniert wird das Projekt, das auf eine Dauer von rund sechs Monaten angelegt ist, durch das externe Beratungsunternehmen kwp Consulting Group aus München. „Zunächst werden wir in Workshops mit den Mitarbeitern unsere aktuelle Position analysieren und wesentliche Markt- und Umfeldentwicklungen identifizieren. Im Anschluss legen wir mittel- und langfristige Ziele fest.“ Die Umsetzung erfolgt dann in einem Zeitrahmen von drei bis zehn Jahren.

Wandel durch drei D
„Kommunale Energieversorger wandeln sich gerade sehr stark: Es geht um Daten und Wissen, um Kundenwünsche und Versorgungssicherheit“, analysiert Berndt Hartmann. Das lasse sich unter drei Stichworten zusammenfassen: Dezentralisierung, Digitalisierung und Dekarbonisierung. Die Dezentralisierung betrifft zunächst den Betrieb der Energienetze, wenn etwa immer mehr Privathaushalte ihre eigene Energie erzeugen und nutzen. Den Überschuss muss der Netzbetreiber aufnehmen und stets die Versorgung sicherstellen – auch wenn viel Strom ins Netz drückt.

Als Beispiel für die Digitalisierung führt der enwag-Chef das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewirtschaft an, das seit September 2016 in Kraft ist. Es regelt die flächendeckende Einführung von intelligenten Messsystemen, den so genannten Smart Metern. „Sie sind für das Gelingen der Energiewende wichtig, weil sie energiewirtschaftliche Echtzeitdaten liefern, um Angebot und Nachfrage an Energie noch besser in Einklang zu bringen“, erläutert Detlef Stein, technischer Geschäftsführer der enwag.

Drittens geht es um die Dekarbonisierung: „Weltweit suchen Volkswirtschaften nach einem Weg, den Verbrauch fossiler Energien zu senken und den Treibhauseffekt zu reduzieren. Dazu wollen wir als regionaler Energieversorger unseren Beitrag hier vor Ort leisten – mit nützlichen Dienstleistungen für Kunden und Kommunen sowie durch unser eigenes Handeln“, informiert Berndt Hartmann. So haben die Städte Wetzlar, Solms, Leun und Aßlar gemeinsam mit der Gasversorgung Lahn-Dill sowie der enwag ein Energie- und Klimaschutzkonzept entwickelt, das seit 2012 schrittweise umgesetzt wird. „Diesen Weg müssen wir weiterhin beschreiten, damit unsere Region wirtschaftlich stark und die Lebensqualität zukünftiger Generationen erhalten bleibt“, ist er überzeugt.



Start des Strategieprojektes der enwag (v. re.:) enwag-Geschäftsführer Detlef Stein, Aufsichtsratsvorsitzender Stadtrat Norbert Kortlüke, enwag-Geschäftsführer Dr. Berndt Hartmann, Oberbürgermeister Manfred Wagner und Gerald Kalny von kwp Consulting Group